Eisenzeit – Durch die Nordwand der Zugspitze
Die Route „Eisenzeit“ führt auf eindrucksvolle Weise durch die Nordwand der Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. Die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Route bietet ein außergewöhnliches alpines Erlebnis und verbindet ausgesetztes Felsklettern mit anspruchsvoller Routenfindung in teilweise brüchigem Gelände.
Ich war bereits mehrfach mit fitten Gästen in der „Eisenzeit“ unterwegs. Jedes Mal war es ein beeindruckendes Erlebnis. Damit die Tour möglichst sicher und zugleich genussvoll durchgeführt werden kann, habe ich für meine Führung einige klare Rahmenbedingungen festgelegt.
Nur ein Gast pro Führung
Ich führe die „Eisenzeit“ ausschließlich mit einem Gast.
In der Route gibt es zahlreiche Passagen im II. UIAA-Schwierigkeitsgrad, die seilfrei geklettert werden müssen. Mit nur einem Gast kann ich sehr eng mit ihm zusammen klettern und ihn unmittelbar auf Tritte, Griffe und die optimale Kletterlinie aufmerksam machen.
Wenn ich am kurzen Seil führe, ist es mir in vielen Situationen möglich, einen einzelnen Gast im Falle eines Fehltritts zu halten. Mit zwei Gästen ist dies aufgrund des deutlich höheren Gewichts nicht zuverlässig möglich.
Ein weiterer entscheidender Vorteil: Mit nur einem Gast können wir die Wand deutlich schneller und flüssiger durchsteigen. Dadurch verkürzt sich die Aufenthaltsdauer in der Wand und damit auch das Risiko, in ein Gewitter zu geraten oder länger als notwendig der Steinschlaggefahr ausgesetzt zu sein.
Führungen ausschließlich unter der Woche
Ich führe die „Eisenzeit“ nur an Wochentagen und nicht an Feiertagen.
An Wochenenden und Feiertagen können sich mehrere Seilschaften gleichzeitig in der Wand befinden. Aufgrund der vielen Quergänge und des teilweise brüchigen Gesteins steigt dadurch die Steinschlaggefahr erheblich.
Durch die Wahl eines Wochentages lässt sich diese zusätzliche Gefahrenquelle deutlich reduzieren. Außerdem können wir uns in der Route freier bewegen und müssen weniger Rücksicht auf vorausgehende oder nachfolgende Seilschaften nehmen.
Zustieg ab der Station Riffelriss
Der Start erfolgt für meine Führung an der Station Riffelriss.
Der Nachteil: Von dort können wir erst ab etwa 9:00 Uhr starten. Dafür entfällt der fast zweistündige Zustieg zur Wand. Die dadurch eingesparte Kraft steht uns für die eigentliche Route zur Verfügung.
Gerade bei einer langen und anspruchsvollen Unternehmung wie der „Eisenzeit“ halte ich es für sinnvoll, die vorhandenen Kräfte möglichst gezielt einzusetzen.
Meine Rolle als Bergführer: Bergmanager statt „Seilzug“
In einer komplexen Route wie der „Eisenzeit“ sehe ich meine Aufgabe nicht darin, einen Gast permanent am kurzen Seil durch die Wand zu ziehen. Das wäre aus meiner Sicht eine falsche Vorstellung von einer Führung in diesem Gelände.
Die Route enthält zahlreiche leichte Kletterpassagen in brüchigem Fels, in denen keine Sicherungshaken vorhanden sind. Hinzu kommen viele Quergänge. Eine durchgehende Seilsicherung ist dort ohne geeignete Sicherungspunkte teilweise kaum sinnvoll oder überhaupt nicht möglich.
Meine Aufgabe ist deshalb vor allem das Management der gesamten Unternehmung:
- Einschätzung und Wahl des optimalen Routenverlaufs
- Vorgabe des Tempos
- Beurteilung der jeweiligen Kletterpassagen
- Entscheidung, wann seilfrei und wann gesichert geklettert wird
- Sicherung aller Passagen, die über den persönlichen seilfreien Kletterbereich des Gastes hinausgehen
- Beobachtung der Wetterentwicklung
- Einschätzung des Zeitbedarfs und der verbleibenden Reserven
- laufende Beurteilung der alpinen Gefahren
Klettern muss der Gast selbst. Passagen bis zum unteren III. UIAA-Schwierigkeitsgrad werden von meinem Gast seilfrei bewältigt. Alles, was darüber hinausgeht oder aufgrund der jeweiligen Situation eine Sicherung erfordert, wird mit Seil geklettert.
Das solltest du mitbringen
Wenn du mit mir durch die „Eisenzeit“ auf die Zugspitze klettern möchtest, solltest du folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Klettersteigerfahrung im Schwierigkeitsgrad D, die du sicher und ohne Probleme beherrschst
- Erfahrung im seilfreien Felsklettern bis zum unteren III. UIAA-Schwierigkeitsgrad
- Eine sehr gute Kondition, um mindestens 1.000 Höhenmeter in unwegsamem alpinem Gelände sicher und ohne größere Probleme bewältigen zu können
- Zustiegsschuhe mit Climbing Zone
- Klettersteigausrüstung bestehend aus Klettersteigsicherung, Klettergurt und Kletterhelm
Die „Eisenzeit“ ist keine gewöhnliche Klettersteigtour. Sie verlangt neben guter Kondition und Kletterkönnen auch Trittsicherheit, alpine Erfahrung, Konzentration und die Bereitschaft, sich auf wechselndes, teilweise brüchiges Gelände einzulassen.
Wenn diese Voraussetzungen zu dir passen, erwartet dich eine außergewöhnliche Tour durch eine der eindrucksvollsten Wände der Alpen – mit der Zugspitze als Ziel.
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- Zugspitze Eisenzeit
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